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Presse

Archiv 2013/2014
Presseartikel von, mit und über den Posaunenchor Reckenfeld

Aus Gemeindebrief 3/2013

Posaunenchor begrüßt seine neuen Anfänger

Ob Antonia, Clara und Simone im März gedacht hatten, dass sie bereits nach rund 15 Wochen in einem Gottesdienst mitspielen werden? Am 7. Juli war es dann tatsächlich soweit. Der Posaunenchor trat erstmals mit seinen neuen Anfängerinnen in einem Gottesdienst in Greven auf.

(Bild: Merle Menke)
Im Rahmen einer Förderung der Stiftung Evangelischer Kirchenkreis Münster wurde zuvor neue Literatur angeschafft, in der spezielle Jungbläserstimmen für gängige Choräle und freie Stücke enthalten sind. Die Chorleiterin Charlotte Holste­-Krey hatte daraus einfach gesetzte Stücke ausgesucht, die dem Tonumfang der drei Jungbläser entsprechen. Diese Stücke wurden intensiv in der wöchentlichen Anfängerprobe und auch in zwei Extra­ Proben mit dem gesamten Posaunenchor eingeübt. Als Zwischenspiel wurden im Gottesdienst die Intraden “Ballo de colla” von Casparo Zenetti und “Ronde” von Tylman Susato gespielt. Ein Highlight war sicherlich der Bach­-Choral „Nun danket alle Gott“ mit extra verfassten Jungbläserstimmen.

Die drei Neulinge waren anfangs ganz schön aufgeregt, die Nervosität war allerdings nach den ersten gespielten Takten recht schnell verflogen und es kehrte eine gewisse Routine ein. Im Anschluss an den Gottesdienst konnte man an den strahlenden Gesichtern zurecht den Stolz auf ihre erbrachte bläserische Leistung ablesen. In Zukunft werden die Anfänger immer mal wieder in verschiedenen Gottesdiensten Luft schnuppern können und ihr Gelerntes vortragen, bis sie dann komplett in den Posaunenchor integriert werden.

(Bild: Merle Menke)
Charlotte Holste-­Krey nutzte in diesem Gottesdienst die Gelegenheit und wies auf den Start einer neuen Anfängergruppe ab September hin. Die Proben werden immer freitags um 16:30 stattfinden und dauern eine Stunde. Für diese Anfängergruppe werden noch Kinder ab 9 Jahren, Jugendliche und Erwachsene gesucht. Mitzubringen ist lediglich Spaß am musizieren und etwas Zeit zum Üben zu Hause. Notenkenntnisse sind nicht erforderlich. Mehr Informationen gibt es auch im Flyer, der in den Kirchen ausliegt, und auf der Internetseite des Posunenchores.

von Stefan Krey, Posaunenchor Reckenfeld

Aus http://www.m-einegemeinde.de/haupt/aktuell/gemeindebrief/Gemeindebrief13-2.pdf

Macht Musik glücklich?

Ein Interview mit der neuen Leiterin des Posaunenchores

Liebe Frau Holste-Krey, macht Musik glücklich?

Für mich stimmt das in jedem Fall. Mir ist die Musik quasi in die Wiege gelegt worden. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass es viele Menschen gibt, die dem Musizieren nicht so viel abgewinnen können wie ich.

Wann sind Sie zur Musik gekommen und wie haben Sie zum Posaunenchor unserer Gemeinde gefunden?

(Bild: Franziska Thiery)
Ich singe, solange ich denken kann. Im Kinderchor hat mir das „Quempassingen“ besonders viel Spaß gemacht. Im Kindergartenalter habe ich Blockflötespielen gelernt. Von Sopran- bis Bassflöte kann ich alles spielen. Trompete lernte ich mit 10 Jahren im Posaunenchor in Lemgo spielen. Dort habe ich auch meinen Ehemann kennen gelernt. Wir haben 2009 ein Haus in Greven gekauft. Zeitgleich hat sich unser damaliger Posaunenchor in Münster aufgelöst. Da lag es nahe, in den Posaunenchor Reckenfeld zu gehen.

Wie kam es zu dem Entschluss die Leitung des Posaunenchores zu übernehmen?

Bernhard wollte die Chorleitung nicht eher abgegeben, als bis seine Nachfolge gesichert war, zu groß war die Sorge, dass der Chor sich auflösen könnte. So habe ich gemeinsam mit meinem Mann entschieden, dass ich die Nachfolge antrete, sollten wir keinen Chorleiter finden.
Neue Dinge ausprobieren
Muss man eine spezielle Ausbildung dafür haben?

(Bild: Franziska Thiery)
In erster Linie braucht man ein gewisses Talent für Musik und Organisation. Als berufstätige Mutter muss ich Letzteres sowieso haben. Das Posaunenwerk bietet aber auch eine zweijährige Ausbildung in Form mehrerer Seminare an.

Wie soll es weitergehen mit dem Posaunenchor?

Natürlich möchte ich auch neue Dinge mit dem Chor ausprobieren, das braucht aber noch Zeit. Derzeit ist es wichtig, mich im Dirigat zurechtzufinden, dass der Chor und ich eine Einheit werden und unser neuer Jungbläser integriert wird. Alles Weitere lasse ich auf mich zukommen. Selbstverständlich freue ich mich über neue Bläser/innen und Anfänger/innen.

Liebe Frau Holste-Krey, ich danke Ihnen für dieses Interview.

von Franziska Thiery, Redaktion

Aus http://m-einegemeinde.de/haupt/aktuell/gemeindebrief/Gemeindebrief13-1.pdf

Bernhard Schmöckel

oder wie Reckenfeld zu seinem Posaunenchor kam

Wir wurden 1947 nach dem Krieg aus Pommern ausgewiesen und landeten in der DDR, auf der Insel Rügen in Sellin. Als Jugendliche sangen wir im Kirchenchor. 1950 hatte sich ein Bischof zum Gottesdienst angesagt und brachte einen Posaunenchor mit, der im Gottesdienst spielte. Mein Cousin, ich und ein paar Freunde waren vom Posaunenklang begeistert! „Das machen wir in Sellin auch“, war die einhellige Meinung. In der Kirche haben wir geübt. Wir hatten nur zwei Trompeten für fünf Leute. Von Montag bis Mittwoch übte die eine Gruppe, den Rest der Woche die andere Gruppe. Nach einer Probezeit spielten wir in den Gottesdiensten.

(Bild: Marcus Hölscher)
An Heiligabend 1955 bin ich nur mit einem kleinen Lederkoffer – darin auch mein Gesellenbrief – aus der DDR zu meiner Schwester nach Westberlin gefahren. Die Grenzen waren noch offen. Trotzdem durfte ich niemandem erzählen, was ich vorhatte. Ich musste mir für jede mögliche Frage eine Antwort überlegen. Was erzähle ich den Grenzern zum Beispiel, wenn die mich fragen, warum ich meinen Gesellenbrief dabei habe!? Es war ja Heiligabend um 22 Uhr! Aber die Russen waren betrunken, hatten ihre Kappen in den Nacken geschoben – daran konnte man das erkennen. So hatte ich mir das vorgestellt – und so bin ich in den Westen gekommen! Meine Eltern kamen am 2. Januar 1956 in Berlin an. Gemeinsam kamen wir dann auf die Insel Borkum in ein Auffanglager.

Meine Eltern fanden bei Verwandten in Drevenack (bei Wesel) eine Unterkunft. In Drevenack spielte ich sofort wieder in einem Posaunenchor mit. Aber Arbeit fand ich in Reckenfeld. Dorthin bin ich dann auch gezogen. Beim Ausflug des Reckenfelder Kirchenchores fragte Pfarrer Fritz Esch meine Verlobte nach mir: „Wo ist Bernhard?“. „Bernhard ist mit seiner Posaune nach Holland gefahren, um in einem Gottesdienst mitzuwirken“, antwortete meine Verlobte. „Wie, Bernhard kann ein Blasinstrument spielen? Ich werde ihn fragen, ob er in Reckenfeld einen Posaunenchor gründen und leiten kann!“. Nach reiflicher Überlegung stimmte ich zu. Bedingung war, dass uns kostenlos die nötige Ausrüstung zur Verfügung gestellt wird. Ich habe dann Instrumente, Notenbücher, Anfängerschulen und alles, was ein Posaunenchor braucht, bestellt. Einige Instrumente sind auch nach 50 Jahren noch vorhanden. Kleine Reparaturen wurden von mir durchgeführt. Es war eine Freude mitzuerleben, wie eifrig die Bläser die Noten in Griffe umgesetzt haben! Weihnachten 1962 spielten wir nach gut einem halben Jahr Probe zum ersten Mal im Weihnachtsgottesdienst auf – damals noch in der Kirche auf der Industriestraße. Im Januar 2013 möchte ich nach über 50 Jahren die Leitung des Posaunenchores – die mir sehr am Herzen liegt – in andere Hände geben. Ich wechsle nur die Seite und spiele, wenn möglich, im Chor weiter mit.

Unser Redakteur Marcus Hölscher hat gemeinsam mit Bernhard Schmöckel diese Zeilen nach einem sehr netten, langen Gespräch am 23.10.2012 verfasst.

Aus http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Greven/Die-Kirchenmusik-der-Gemeinde-ueber-50-Jahre-gestaltet-Schmoeckel-bleibt-Schmoeckel
(13.01.2013)
Die Kirchenmusik der Gemeinde über 50 Jahre gestaltet

Schmöckel bleibt Schmöckel

Reckenfeld - Nach über 50 Jahren verabschiedete sich am Sonntag Bernhard Schmöckel als Leiter vom Posaunenchor.
Man merkte es Bernhard Schmöckel an: Leicht fiel ihm das nicht. Aber wie soll einem der eigene Abschied auch leicht fallen, wenn unglaubliche 50 Jahre als Leiter des Reckenfelder Posaunenchores zu Ende gehen. Am gestrigen Sonntag verabschiedete die evangelische Gemeinde den 77-Jährigen, der über fünf Jahrzehnte die Arbeit in der Gemeinde, insbesondere in der Kirchenmusik, erfolgreich mitgestaltet hat. „Mit Bernhard geht jemand, der die Geschichte unserer Gemeinde entscheidend geprägt hat“, würdigte Pfarrer Uwe Völkel ihn in einem Festgottesdienst, bei dem Schmöckel zum letzten Mal seinen Chor dirigierte.

(Bild: Stefan Bamberg)
Eine fulminante Fanfare als letztes Stück, dann war Schluss. Sicherlich mit Wehmut, aber auch mit einer gehörigen Portion Stolz hört Bernhard Schmöckel nun auf, wie er im offiziellen Empfang im Anschluss betonte: „Vielen Dank an meinen Chor. Ihr habt euch echt gemacht und seid auf einem guten Weg, bleibt mir ja dabei!“, forderte er.

Denn das Ensemble besteht weiterhin. Mit Charlotte Holste-Krey übernimmt die Erste Vorsitzende nun auch die Leitung. Gebürtig aus Lemgo und seit 2009 im Chor aktiv, tritt sie in große Fußstapfen. „Neues Personal bringt natürlich immer auch Veränderungen“, verdeutlichte sie. Doch das, was Schmöckel in den vielen Jahren formte und aufbaute, soll auf keinen Fall verloren gehen, sind sich die neue Leiterin und der Chor einig und überreichten ihrem scheidenden Leiter unter anderem eine Bilderchronik.

Auch Ehefrau Inge, die ihren Liebsten mit Sicherheit oft entbehren musste, wenn dieser wieder einmal musikalisch unterwegs war, galt ein besonderer Dank. Uta Rodenberg, die mit ihrem Kirchenchor ein Ständchen brachte, lobte Schmöckel als guten und zuverlässigen Kollegen und wünschte „alles Gute für den Unruhestand“.

Diese Formulierung scheint passend, denn dem Chor möchte der Vollblutmusiker wohl weiter erhalten bleiben, wenn auch nicht mehr als Leiter. Schmöckel bleibt Schmöckel, so wie man ihn kennt – eine echte Marke. Ehrlich, gelegentlich streitbar – dabei aber zugleich herzlich und humorvoll, wie Uwe Völkel sagte: „Du hast immer ausgestrahlt, dass dir die Kirchenmusik sehr viel bedeutet und dass du daran Freude hast, sie in allererster Linie als einen Dienst an Gott verstehst“.

Als Geschenk hatte er sich zweierlei ausgedacht: Eine CD mit klassischer Kirchenmusik, eine mit modernen Interpretationen. Denn sowohl das Traditionelle, als auch Zeitgenössisches habe Schmöckel mit seinen Bläsern einstudiert. Dazu gab es einen riesigen Fotokalender mit Motiven aus Bernhard Schmöckels Geburtsort, der Insel Rügen. „Für deine Geschichten aus deiner Heimat warst du schließlich auch berühmt“, witzelte Völkel.

von Stefan Bamberg

Aus http://www.muensterschezeitung.de/lokales/greven/Charlotte-Holste-Krey-folgt-auf-Bernhard-Schmoeckel;art967,1877930

(13.01.2013)
Evangelischer Posaunenchor

Charlotte Holste Krey folgt auf Bernhard Schmöckel

RECKENFELD Kirchenmusik öffnet die Herzen der Menschen, sie verbindet. Bernhard Schmöckel bleibt dem evangelischen Posaunenchor weiterhin verbunden, auch wenn er jetzt, im 51. Jahr seines Wirkens das Dirigat an seine Nachfolgerin Charlotte Holste-Krey übergibt. Pfarrer Uwe Völkel sprach den Segen für den scheidenden sowie für die neue Dirigentin, und für Chormitglied Adolf Maurer.

(Bild: MZ/bec)
Maurer spielt seit 60 Jahren in einem Posaunenchor, 42 Jahre davon als Mitstreiter Schmöckels. In dem feierlichen Gottesdienst wurde der Gründer und langjährige Dirigent Bernhard Schmöckel offiziell verabschiedet. Pfarrer Uwe Völkel gibt offen zu, dass Kirchenchoräle nicht so ganz „sein Ding sind“. Er selbst stehe eher auf Rock und Pop. „Aber egal um welche Musik es sich handelt, über Musik kommt man ins Gespräch. Sie macht neugierig. In ein Lied stimmt man ein, weil es einen packt. Die Kirchenmusik öffnet die Herzen für den Glauben.“

(Bild: MZ/bec)
Unermüdlich für Musik im Einsatz
Schmöckel lebte und lebt die Kirchenmusik, war unermüdlich dafür im Einsatz. Früh entdeckte er seine Leidenschaft dafür. Nach dem Krieg landet er – ursprünglich aus Pommern stammend – auf der Insel Rügen. Dort hört er 1950 zum ersten Mal einen Posaunenchor und ist begeistert. Das wollen er und ein paar Freunde auch machen. Der Gedanke wurde in die Tat umgesetzt. 1955 verlässt er an Heiligabend die DDR, fährt nach Westberlin. Später findet er Arbeit in Reckenfeld, zieht auch dort hin, lernt dort seine Frau Inge kennen. Per Zufall erfährt der damalige Pfarrer Fritz Esch, dass Bernhard Schmöckel ein Blasinstrument spielen kann und fragt, ob er einen Posaunenchor gründen möchte. Bernhard Schmöckel sagte zu, bildete sich weiter, sorgte für Notenmaterial und Instrumente und bildete als Chorleiter bis zum heutigen Tage viele Schüler aus.
Viel Dank für ehrenamtlichen Einsatz
Für diesen ehrenamtlichen Einsatz, für sein Mitwirken in den Chören und einige Jahre im Presbyterium sprachen ihm die Gemeinde, der Kirchenchor und natürlich ein Posauenchor beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus großen Dank aus. „Du warst ehrlich, streitbar, herzlich, manchmal unbequem oder schlecht gelaunt. Aber ich fand, dass es mit dir nie schwierig war. Du hast dich ehrenamtlich bemüht, andere für deine Chormusik zu begeistern“, bedankte sich Pfarrer Völkel. Inspirationen holte sich Bernhard Schmöckel auf vielen Kirchentagen. Viel Zeit wird er sich nehmen müssen, um all die CDs zu hören, die er zum Abschied als Geschenk bekam.
Chor soll weiterbestehen
Die neue Chorleiterin kommt aus einer aus Lemgo stammenden musizierenden Familie, lernte 1991 das Trompetenspiel und gehört seit Dezember 2009 dem evangelischen Posaunenchor an, und ist hier bereits Vorsitzende der Gemeinschaft. Als Bernhard Schmöckel klar stellte, dass er das Dirigat aufgeben wird, war Charlotte Holste Krey bereit, das Dirigat zu übernehmen. „Ich wollte dass der Chor bestehen bleibt. Er ist eine unglaubliche Bereicherung für die Gemeinde“, erklärte sie ihr Engagement. Einen Lehrgang hat sie bereits absolviert, weitere werden folgen. „Neues Personal bringt Neuerungen“, erklärte sie. Ideen sind da, die jetzt gemeinsam und mit dem Chor umgesetzt werden können. Als Chorgeschenk überreichte sie dem scheidenden Dirigenten die Kuhlo Medaille und ein Bild des Chores, „damit er seine Bläser immer vor Augen hat“.
Frauen jetzt unter sich
Der evangelische Kirchenchor sang zum Abschluss gemeinsam mit allen Gästen, und Chorleiterin Uta Rodenberg hieß die Neue in der Runde der Chorleiter der evangelischen Gemeinde willkommen. „Alles Gute und viel Spaß. Es macht einfach Spaß vorne zu stehen, anderen etwas beizubringen“, sagte sie und fügte hinzu: „Und mit Bernhard ist das letzte männliche Wesen aus der Dirigentenrunde verschwunden. Jetzt sind wir Frauen unter uns“.

von bec